Ladung sichern nach VDI 2700
Ladung · 9 Minuten Lesezeit · aktualisiert 06/2026
Zurrgurte, Formschluss und Lastverteilung — mit Rechenbeispiel für einen Minibagger.
Die VDI-Richtlinie 2700 ist der anerkannte Stand der Technik für Ladungssicherung. Wer sich daran hält, erfüllt § 22 StVO; wer davon abweicht, muss im Schadensfall begründen, warum.
Formschluss vor Kraftschluss
Formschlüssige Sicherung — die Ladung liegt an Stirnwand, Bordwänden oder Sperrbalken an — ist immer die erste Wahl. Kraftschluss durch Niederzurren wirkt nur über Reibung und verliert bei glatten Böden fast die gesamte Wirkung.
Rechenbeispiel Minibagger
Ein Bagger mit 1.900 kg auf einem Stahlboden hat einen Reibbeiwert von etwa 0,2. Nach vorn müssen 0,8 der Gewichtskraft gesichert werden, also 1.520 daN. Über Reibung kommen nur 380 daN zusammen — es fehlen 1.140 daN, die über vier Direktzurrungen im 45-Grad-Winkel aufgebracht werden.
Lastverteilung
Die Ladung gehört über die Achse, nicht ans Ende der Ladefläche. Zu weit hinten platziert, sinkt die Stützlast und der Anhänger beginnt bei Geschwindigkeit zu pendeln — der häufigste Grund für Anhängerunfälle auf der Autobahn.
Häufige Fragen
- Wie viele Zurrgurte brauche ich?
- Das hängt von Gewicht, Reibbeiwert und Zurrwinkel ab. Für einen Minibagger auf Stahlboden sind vier Direktzurrungen die übliche Lösung; unser Lastverteilungsplan rechnet den konkreten Fall durch.
- Reicht die Handbremse eines transportierten Fahrzeugs?
- Nein. Die Handbremse ist keine Ladungssicherung. Das Fahrzeug muss unabhängig davon gegen Verrutschen und Kippen gesichert sein.
- Wer haftet bei mangelhafter Ladungssicherung?
- Fahrer, Halter und Verlader gemeinsam. Bei einem Unfall droht neben dem Bußgeld die Kürzung der Versicherungsleistung.