Führerschein B, B96 oder BE — was darf ich ziehen?
Recht · 8 Minuten Lesezeit · aktualisiert 06/2026
Zulässige Gesamtmasse, Kombinationsgewicht und die 3.500-kg-Grenze an konkreten Beispielen.
Drei Fahrerlaubnisse kommen für Anhänger hinter einem PKW in Frage. Sie unterscheiden sich nicht darin, wie schwer der Anhänger sein darf, sondern darin, wie schwer die Kombination insgesamt sein darf.
Klasse B
Anhänger bis 750 kg zulässiger Gesamtmasse sind immer erlaubt. Schwerere Anhänger sind erlaubt, solange Zugfahrzeug und Anhänger zusammen 3.500 kg zulässige Gesamtmasse nicht überschreiten. Gerechnet wird mit den zulässigen Massen aus den Papieren, nicht mit dem tatsächlichen Gewicht.
Schlüsselzahl B96
B96 ist keine eigene Klasse, sondern eine Erweiterung von B auf 4.250 kg Kombinationsgewicht. Sie wird ohne Prüfung nach einer Schulung von sieben Zeitstunden erteilt und kostet je nach Fahrschule 250 bis 400 €.
Klasse BE
BE erlaubt Anhänger bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse hinter einem Fahrzeug der Klasse B, die Kombination darf 7.000 kg erreichen. BE verlangt eine praktische Prüfung.
Rechenbeispiel
Zugfahrzeug 2.100 kg zGG, Anhänger 1.500 kg zGG: Summe 3.600 kg. Mit Klasse B nicht erlaubt, mit B96 erlaubt. Zugfahrzeug 3.000 kg zGG, Anhänger 2.700 kg zGG: Summe 5.700 kg — hier hilft nur BE.
Häufige Fragen
- Gilt der alte Führerschein Klasse 3 weiter?
- Wer die Klasse 3 vor dem 1. Januar 1999 erworben hat, darf Kombinationen bis 18.500 kg führen. Die Besitzstandsregelung bleibt beim Umtausch in den Kartenführerschein erhalten und wird als Schlüsselzahl eingetragen.
- Darf ich mit B96 ins Ausland?
- Ja, B96 ist EU-weit anerkannt und wird als Schlüsselzahl 96 im Führerschein eingetragen.
- Zählt das tatsächliche Gewicht oder die zulässige Masse?
- Für die Fahrerlaubnis zählt ausschließlich die zulässige Gesamtmasse aus den Papieren. Ein leerer 3.500-kg-Anhänger ist führerscheinrechtlich genauso schwer wie ein voller.